Von der Idee zur Wirklichkeit - Ein Architekturbüro zwischen Kreativität, Technik und Familie
Ein gewöhnliches Architekturbüro war es nie. Es war eine Idee, die mit der Zeit gewachsen ist, eine Vision, die sich ständig weiterentwickelt hat. Schon während meines Ingenieurstudiums begann ich mit der Gründung - nicht als klassisches Büro mit festen Strukturen und Mitarbeitern, sondern als Ort der Zusammenarbeit, der Kreativität und des technischen Denkens.
Von Anfang an war klar: Mein Büro sollte anders sein. Ich wollte keine festen Mitarbeiter, sondern ein Netzwerk aus Freelancern, Architekten, Ingenieuren und besonders talentierten Studenten. Die jungen Leute sollten nicht nur theoretisch lernen, sondern echte Verantwortung übernehmen, entwerfen, berechnen, bauen. Mein Ansatz war es, Architektur, Statik und Ingenieurwesen in einer Weise zu verbinden, die über die klassischen Büros hinausgeht. Ich wollte ein Büro, in dem nicht nur gebaut, sondern auch gedacht wird.
Aber es war nicht nur ein Büro. Es war mein Zuhause, mein Lebenswerk, mein Zentrum. Als ich eine große Wohnung in einem schönen Berliner Altbau bezog, richtete ich dort nicht nur meine Privatwohnung ein, sondern auch mein Büro. Arbeit und Familie wurden eins.
Ein Büro, das mehr war als nur Arbeit
Es gab eine klare Struktur, aber nie starre Regeln. Wir hatten riesige Projekte für große Firmen, komplizierte Konstruktionen, die höchste Präzision erforderten - aber wir planten genauso leidenschaftlich kleine Einfamilienhäuser für Familien, die sich nach jahrzehntelangem Sparen den Traum vom eigenen Haus erfüllten.
Diese Mischung machte das Büro aus. Die große Bandbreite der Projekte bedeutete, dass jeder Tag anders war. Mal berechneten wir hochkomplexe statische Konstruktionen für internationale Unternehmen, die Millionenbeträge investierten. Dann wieder entwickelten wir Lösungen für private Bauherren, die mit einem begrenzten Budget klug planen mussten. Jedes Projekt hatte seinen Reiz, seinen eigenen Charakter.
Und es gab auch die außergewöhnlichen, die verrückten Projekte. Bauten, die statisch unmöglich schienen. Konstruktionen, die jeder Norm zu widersprechen schienen. Wir liebten solche Herausforderungen, denn sie forderten unser Wissen, unsere Kreativität, unsere technische Präzision.
Aber das Büro war nicht nur ein Ort der Architektur. Es war ein Schmelztiegel von Statik, Ingenieurwesen und Design. Unsere Ingenieure entwickelten Lösungen, die die Architekten herausforderten. Unsere Architekten entwarfen Konzepte, die den Statikern neue Aufgaben stellten. Jeder brachte seine Perspektive ein - und das machte uns erfolgreich.
Meine Töchter mittendrin – Hallo und ein bisschen „Mitarbeit“
In all diesen Jahren waren meine Töchter immer ein Teil dieses Büros. Sie haben alles gesehen, alles erlebt. Sie wuchsen in einem Umfeld auf, in dem Architektur nicht nur Theorie, sondern Realität war. Sie kannten die Modelle, die Pläne, die Zeichnungen, die Gespräche, die Diskussionen.
Sie liebten es, ins Büro zu kommen, wo gleichzeitig gearbeitet, gelacht und geschaffen wurde. Wenn sie hereinkamen, riefen sie laut "Hallo" - und waren mittendrin. Sie schauten meinen Mitarbeitern über die Schulter, nahmen Stifte und fingen selbst an zu zeichnen, „halfen“ beim Modellbau oder hörten zu, wenn über Statik, Materialwahl oder Design diskutiert wurde.
Manchmal saßen sie mit am Tisch, während wir an komplexen Projekten arbeiteten, und stellten Fragen, die oft einfacher, aber gleichzeitig tiefgründiger waren als alles, was wir von Bauherren oder Investoren hörten. "Warum muss das Gebäude so hoch werden?" "Kann man es nicht einfach anders bauen?"
Ihre kindliche Neugier passte perfekt zum kreativen Chaos in unserem Büro. Es war kein Arbeitsplatz im klassischen Sinne - es war ein Ort, an dem Ideen geboren wurden, an dem Dinge möglich wurden. Und meine Töchter gehörten dazu.
Praktikanten, die über sich hinauswuchsen
Ein wichtiger Teil unseres Büros war die Arbeit mit talentierten Studenten. Unsere Praktikanten waren außergewöhnlich. Sie kamen voller Enthusiasmus, mit neuen Ideen, mit einem frischen Blick auf Architektur und Technik. Und sie durften von Anfang an echte Verantwortung übernehmen.
Zeitweise hatten wir bis zu fünf feste Mitarbeiterinnen, die nur für die Betreuung der Praktikanten zuständig waren. Doch es blieb nie bei der Theorie - sie arbeiteten aktiv an Projekten mit, entwarfen, planten, kalkulierten und begleiteten Bauvorhaben von der ersten Idee bis zur Umsetzung.
Viele von ihnen haben unsere Erwartungen übertroffen. Sie entwickelten Lösungen, die so gut waren, dass sie direkt in unsere Projekte einflossen. Einige brachten eine neue Denkweise mit, die uns alle inspiriert hat. Es war faszinierend zu sehen, wie sich junge Talente entwickelten - wie sie schüchtern anfingen und dann plötzlich selbstbewusst ihre eigenen Konzepte präsentierten.
Wir hatten Praktikanten, die später große Karrieren machten, die selbst erfolgreiche Büros gründeten, die weltweit arbeiteten. Und es machte mich stolz, dass ihr Weg in unserem Büro begonnen hatte.
Das beste Büro, das ich mir vorstellen konnte
Es gab so viele aufregende Momente, in denen ich vor Begeisterung stehen blieb und dachte: Das hier ist genau das Büro, das ich mir immer gewünscht habe!
Wir hatten eine fantastische Mischung aus erfahrenen Experten und jungen Talenten. Wir hatten eine unglaubliche Bandbreite an Projekten, die von den einfachsten Einfamilienhäusern bis zu hochkomplexen Ingenieurkonstruktionen reichte. Wir hatten eine Atmosphäre, die so inspirierend war, die so motivierte, die einfach nur Spaß machte.
Meine Töchter waren immer dabei, sie waren ein Teil des Ganzen. Unsere Praktikanten lernten mehr, als sie je an der Uni gelernt hätten. Meine Mitarbeiter konnten sich entfalten, ihre Ideen umsetzen, neue Wege gehen.
Es war anstrengend, wir haben viele lange Nächte gearbeitet, aber es fühlte sich nie nach Arbeit an. Es fühlte sich nach Leben an. Es war genau das Leben, das ich führen wollte – mein bestes Leben!