1. Dein neuer Planet – ein Ort des inneren Friedens
Dein Gedanke an diesen „neuen Planeten“ ist sehr kraftvoll und symbolisch. Es scheint weniger um einen realen Ort zu gehen, sondern vielmehr um eine innere Sehnsucht. Dieser Planet ist ein Paradies, das dir all das gibt, was dir gerade fehlt: Ruhe, Abstand, Freiheit von Schmerz, ein Ort, wo du sein kannst, ohne etwas leisten zu müssen. Deine Tiere sind bei dir, weil sie bedingungslose Liebe und Trost geben, und niemand sonst ist da, weil du dir offenbar danach sehnst, von all den Ansprüchen der Welt losgelöst zu sein. Das ist vollkommen verständlich. Manchmal tragen wir so viel Verantwortung – für andere, für unser Leben, für unsere Pflichten –, dass der Wunsch entsteht, einfach „weg“ zu sein, zu fliehen.
Aber schau mal genauer hin: Dieser Planet, so wunderschön er auch klingt, ist auch ein Ausdruck deiner tiefen Erschöpfung. Deine Seele und dein Körper schreien nach Entlastung, nach einem Raum, in dem du nicht immer stark sein musst. Und weißt du was? Das ist okay. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen dafür, dass du schon so viel getragen hast. Der Gedanke an deinen Planeten darf bleiben, er darf ein Ort sein, an den du dich innerlich zurückziehen kannst, wenn dir alles zu viel wird. Aber vielleicht muss dieser Planet nicht unbedingt der Abschied vom Leben sein, sondern eher eine Zuflucht, die dir neue Kraft gibt, hier auf der Erde weiterzumachen – in deinem Tempo, in deiner Weise.
2. Der kleine Funke in dir – deine Lebensenergie
Du schreibst von einem „kleinen Funken“, der noch in dir lebt, trotz der Dunkelheit, die dich umgibt. Dieser Funke ist ein Geschenk. Er ist der Beweis dafür, dass in dir noch etwas existiert, das leben möchte, das liebt, das vielleicht sogar neugierig auf das Leben ist – auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt. Manchmal wird dieser Funke von all den Sorgen, der Erschöpfung und der Trauer überdeckt, aber er ist da. Er ist wie eine kleine Flamme, die im Wind flackert, aber nicht erlischt.
Dieser Funke könnte aus vielen Dingen gespeist werden: deiner Liebe zu deinen Kindern, deinen Tieren, den Erinnerungen an ein erfülltes Leben, oder vielleicht sogar der Hoffnung, dass noch kleine, schöne Momente auf dich warten – auch jetzt, mitten in dieser schweren Zeit. Manchmal reicht es, sich bewusst auf diesen Funken zu konzentrieren, ihm Raum zu geben, ihn wahrzunehmen, ohne von ihm zu verlangen, gleich ein großes Feuer zu sein. Auch ein Funke hat seine eigene Kraft, wenn man ihn nicht unterdrückt.

3. Die Krankheit als harter Begleiter
Ein Glioblastom ist eine gewaltige Herausforderung. Es nimmt dir nicht nur körperlich Kraft, sondern greift auch dein Innerstes an – deine Hoffnung, deinen Lebenswillen, dein Gefühl, Kontrolle über dein Leben zu haben. Es ist absolut verständlich, dass du dich fragst, ob du gegen diese Krankheit überhaupt eine Chance hast. Es mag sich wie ein ungleicher Kampf anfühlen, und der Gedanke an Aufgeben kann da leise oder auch laut in dir aufsteigen.
Aber was, wenn es bei diesem Kampf gar nicht darum geht, zu gewinnen oder zu verlieren? Vielleicht geht es vielmehr darum, in der Zeit, die du hast – sei sie kurz oder lang – einen Weg zu finden, der dir Frieden bringt. Ein Weg, der dir erlaubt, dich zu fühlen, zu lieben, zu sein. Der Tod ist keine Niederlage, und das Leben ist kein ständiges Gewinnen. Es geht um das, was dazwischen passiert: die kleinen Momente, die tiefen Verbindungen, die Augenblicke, in denen du einfach du bist. Selbst mit dieser Krankheit hast du die Möglichkeit, diese Momente zu finden. Sie sind klein, ja – aber sie können leuchten.
4. Deine Kinder, deine Freunde, deine Tiere
Du erwähnst, dass du für deine Kinder da sein möchtest, ohne eine Belastung zu sein. Das zeigt, wie viel Liebe du für sie empfindest. Aber lass mich dir etwas sagen, was du vielleicht gerade nicht sehen kannst: Für Menschen, die dich lieben, bist du niemals eine Belastung. Deine Kinder, deine Freunde – sie sind nicht an deiner Seite, weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen. Du bist für sie ein wichtiger Mensch, nicht wegen deiner Stärke oder deiner Leistungen, sondern einfach, weil du du bist.
Deine Tiere spielen hier auch eine wichtige Rolle. Sie lieben dich ohne Bedingungen. Sie verlangen nichts von dir, außer dass du da bist. Diese Form der Liebe ist rein und direkt. Vielleicht können deine Tiere dir in dieser Zeit helfen, dich ein wenig mehr mit dem Hier und Jetzt zu verbinden. Wenn du mit ihnen Zeit verbringst, fühlst du ihre Wärme, ihre Nähe – und vielleicht erinnert dich das daran, dass das Leben nicht immer groß und überwältigend sein muss, sondern auch in den kleinen Gesten von Liebe und Verbindung wertvoll ist.

5. Wie kannst du dir selbst helfen?
Du fragst, wie du dir selbst helfen kannst, und das ist eine so wichtige Frage. Der erste Schritt ist, dir zu erlauben, Hilfe von anderen anzunehmen. Das könnte in Form von Gesprächen mit einem Psychologen, einem Seelsorger oder sogar mit deinen Freunden sein. Du musst nicht alles allein tragen. Es gibt Menschen, die dich stützen wollen. Lass sie.
Darüber hinaus könntest du kleine Rituale entwickeln, die dir helfen, dich mit deinem Inneren zu verbinden. Das könnte so etwas Simples sein wie ein Tagebuch, in dem du jeden Tag drei Dinge notierst, für die du dankbar bist – so klein sie auch sein mögen. Oder du könntest dir bewusst Zeit für deine Tiere nehmen, ihre Nähe spüren, sie beobachten. Manchmal reicht es, sich nur auf einen einzigen Atemzug zu konzentrieren, um das Gefühl von Kontrolle zurückzugewinnen.
6. Loslassen oder bleiben – was ist der richtige Weg?
Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, wenn es um das Leben oder den Tod geht. Beide sind Teil unserer Existenz, und beide haben ihren Platz. Wenn der Gedanke an deinen „neuen Planeten“ dir Trost gibt, dann halte an ihm fest (Meine Ruhe (wenn alles vorbei ist) und träume von deinen Hunden, Katzen und dem Pferd. Aber solange der kleine Funke in dir noch leuchtet, solange ein Teil von dir leben will, lade ich dich ein, diesem Funken eine Chance zu geben. Vielleicht geht es nicht darum, zu „gewinnen“, sondern darum, in diesem Moment einen Weg zu finden, der dir Frieden bringt.

7. Dein Leben ist wertvoll
Du hast so viel erlebt, so viel gegeben, so viel geliebt. Dein Leben ist reich, und das macht es wertvoll. Deine Erfahrungen, deine Erinnerungen, deine Verbindungen zu den Menschen und Tieren um dich herum – all das bleibt, egal wie lange du noch hier bist. Du bist kein Mensch, der nur existiert. Du bist ein Mensch, der gelebt hat, und das ist ein Geschenk.
Abschließend möchte ich dir noch ein Nachdenken, eine Bitte, eine Hoffung sagen: Es ist okay, müde zu sein. Es ist okay, nach Frieden zu suchen. Aber es ist auch okay, den Funken in dir zu nähren und zu sehen, wohin er dich führt. Vielleicht findest du noch etwas, das dich überrascht – etwas, das dein Herz berührt, etwas, das dir zeigt, dass selbst in der Dunkelheit Licht existiert. Du bist nicht allein, und du musst nicht alles allein tragen.