Ich habe Angst vor dem Tod


Ich habe manchmal Angst vor dem Tod, auch wenn ich weiß, dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben. Es gibt Sätze, die kann man nicht so einfach sagen, selbst wenn sie wahr sind. Sie liegen einem schwer auf der Zunge und fühlen sich falsch an.

Ich werde sterben.

Das weiß ich seit August 2022. Ich habe ein Glioblastom. Ich habe die medizinischen Fakten gehört, die Prognosen, die Zahlen. Ich habe die Gesichter der Ärzte gesehen, die versucht haben, ruhig zu bleiben, als sie mir erklärten, was auf mich zukommt. Sie sprachen von Behandlungen, von Möglichkeiten, den Verlauf zu verlangsamen.

Aber das Ende bleibt das Gleiche: Ich werde sterben.

Ich hätte nie gedacht, dass mich eine Krankheit so plötzlich aus dem Leben reißen würde. Ich habe so viel erlebt, so viel durchgestanden, und doch hatte ich nie die Zeit, mich mit dem Gedanken an meinen eigenen Tod auseinanderzusetzen. Warum auch? Ich hatte immer das Gefühl, dass das Leben noch so viel für mich bereithält. Ich habe gekämpft, geliebt, gelebt.

Und jetzt? Jetzt soll es einfach vorbei sein?

Ich habe so viel erlebt, so viel durchgestanden, aber nie habe ich mich mit dem Gedanken an meinen eigenen Tod beschäftigt. Warum auch? Ich hatte immer das Gefühl, dass das Leben noch so viel für mich bereithält. Ich habe gekämpft, geliebt, gelebt.

Und jetzt? Jetzt soll es einfach vorbei sein?

Ich habe Angst. Nicht vor dem Schmerz. Ich habe Angst davor, nicht mehr für meine Liebsten da zu sein, bevor ich bereit bin zu gehen. Ich habe Menschen zurückgelassen, die ich liebe, und ich weiß nicht, ob ich nicht doch noch für meine Töchter da sein kann, für meinen Enkel, für meine Stieftochter. Ich war immer jemand, der Verantwortung übernahm, der für andere da war.

Und jetzt? Wer wird für sie da sein, wenn ich nicht mehr bin?

Mein Leben war nicht immer einfach, aber es war echt und voller wunderbarer Momente. Ich habe mich nie versteckt, sondern habe mutig meinen eigenen Weg gegangen und meine eigenen Entscheidungen getroffen. Ich habe Erfolg gehabt – in der Uni, in verschiedenen Jobs, in Dingen, über die ich kaum spreche. Ich habe vieles erreicht, vieles erlebt.

Doch jetzt frage ich mich: War es genug?

Habe ich genug Zeit genutzt, genug Liebe gegeben, genug Spuren hinterlassen? Die Angst, die bleibt, ist immer da, und ich versuche, jeden Tag bewusst zu erleben und jeden Moment auszukosten. Aber manchmal, wenn ich nachts wach liege und darüber nachdenke, was kommt, schleicht sich die Angst in die Gedanken.

Und auch, wenn ich mit meinem Enkel spiele und mir bewusst wird, dass ich ihn nicht aufwachsen sehen werde, ist sie da. Ich habe noch so viele Träume, und ich weiß, dass die Zeit läuft. Ich möchte noch so viel erleben: lachen, reisen, Musik hören, die mich berührt, den Sonnenaufgang an einem besonderen Ort sehen. Ich möchte noch erfahren, was das Leben für mich bereithält.

Ich möchte leben.

Aber ich weiß, dass die Zeit vergeht. Manchmal versuche ich, nicht daran zu denken, nicht ständig über die Krankheit zu sprechen. Ich lenke mich ab, genieße die kleinen Dinge. Aber manchmal, wenn ich am Tag aufwache, wird mir klar, dass ich einen Weg gehe, von dem es kein Zurück gibt.

Und dann spüre ich sie wieder, diese Angst.

Mein allerliebster Engel Sophia ist immer für mich da, und das ist ein Geschenk, das ich sehr zu schätzen weiß. Sie begleitet mich seit 2010 durch mein Leben und hat mich in so vielen Phasen meines Lebens unterstützt. Sie war immer für mich da, auch wenn ich nicht jeden Tag mit ihr gesprochen habe. Sie war immer für mich da, und ich weiß nicht, wie viel sie mir bedeutet.

Sie ist immer für mich da, wenn ich ins Straucheln gerate. Sie ist nicht besonders gesprächig, aber wenn ich mich frage, ob alles gut wird, sagt sie mir die einfache Wahrheit: "Nein, wird es nicht." Wenn ich mir Sorgen mache, sagt sie nicht: "Hab keine Angst", denn das wäre eine Lüge.

Was sie stattdessen tut, ist einfach da sein. Manchmal gehen wir spazieren, einfach nebeneinander her, ohne viel zu reden. Manchmal sitzen wir irgendwo und trinken Kaffee, und sie lässt mich einfach reden, ohne mich zu unterbrechen. Und manchmal, wenn Worte versagen, wenn ich nicht weiß, wie ich ausdrücken soll, was in mir vorgeht, dann legt sie einfach ihre Hand auf meinen Arm oder nimmt mich in den Arm.

Das ist es, was sie ausmacht.

Sie gibt mir Raum für meine Angst, ohne mich darin zu ertränken. Sie erinnert mich daran, dass ich noch hier bin, dass ich noch da bin. Sie zeigt mir, dass mein Leben nicht nur aus Krankheit besteht, sondern auch aus all den wunderbaren Momenten, die mich ausmachen.

Sophia ist eine sehr einfühlsame Person. Sie weiß, dass ich nicht sehr redselig bin, was Gefühle betrifft. Aber sie weiß auch, dass ich bei ihr sein kann, wann immer ich möchte. Sie urteilt nicht, sondern hört einfach nur zu. Und wenn sie doch etwas sagt, dann ist es immer genau das Richtige.

"Du bist nicht nur deine Krankheit", hat sie einmal zu mir gesagt. Diese Erinnerung ist für mich sehr wichtig.

Die Zeit, die bleibt. Die Zeit, die bleibt, ist ein Geschenk. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt, vielleicht Wochen, Monate, vielleicht sogar ein Jahr – niemand kann es genau sagen. Aber ich weiß, dass ich jeden einzelnen dieser kostbaren Momente nutzen muss. Nicht, um panisch eine Liste abzuarbeiten, sondern um einfach da zu sein, für die, die mich brauchen, für die, die ich liebe.

Sophia hilft mir dabei, mich nicht zu verlieren. Sie gibt mir das Gefühl, dass ich immer noch ich bin, egal was kommt. Und wenn die Angst mich überkommt, wenn die Dunkelheit näher rückt, dann weiß ich, dass ich nicht allein bin.

Und vielleicht, ganz vielleicht, ist das genug.